So geht`s – Sexarbeit und Corona

So geht`s – Sexarbeit und Corona

Der Flyer beschreibt – Schritt für Schritt – wie die Abläufe in der Sexarbeit mit Corona-Hygienemaßnahmen durchgeführt werden können.

Außerdem laden wir alle interessieren Politiker*innen zu „nicht öffentlichen“ Bordellführungen ein, wo sie sich ein eigenes Bild über die Abläufe bei der Sexarbeit verschaffen und die verschiedenen Örtlichkeiten kennen lernen können.

Download Flyer: Sexarbeit und Corona

Sexarbeit – Feministische Perspektiven

Sexarbeit – Feministische Perspektiven

In dem Buch, herausgegeben von Jenny Künkel und Kathrin Schrader wird in verschiedenen Beiträgen von Sexarbeiter*innen und NGO`s über die politische, rechtliche und gesellschaftliche Lage von Sexarbeiter*innen aufgeklärt. Ein Beitrag von Stephanie Klee trägt den Titel „Care-Revolution & Prostitution“.
Besonders in Zeiten von Corona wird deutlich, wie sehr Sexarbeit „systemrelevant“ ist.

Jette Hausotter (Care Revolution Berlin) sprach mit den Herausgeberinnen und Stephanie Klee.

Frage: Warum ein Buch über Sexarbeit und Feminismus? Was möchtet ihr damit bewirken?

Stephanie: Lange bevor ich mit der Sexarbeit angefangen habe, habe ich mich als Feministin verstanden und mich auch für unsere Rechte eingesetzt. Meine Diplomarbeit als Sozialarbeiterin schrieb ich zu dem Thema „Macht Prostitution frei? Eine vergleichende Analyse weiblicher Prostitution aus feministischer und marxistischer Sicht“. So war es für mich auch immer selbstverständlich, mich als feministische Sexarbeiterin zu verstehen und unter Feministinnen zu werben, sich auch für die Rechte von Sexarbeiter*innen einzusetzen und den Respekt für die Arbeit und die Entscheidung zu dieser Arbeit zu fordern.

Kathrin: Ich habe als Sozialarbeiterin viel in frauenspezifischen Bereichen gearbeitet und war lange Zeit der Annahme, dass ich gute feministische Soziale Arbeit mache. Ich habe damals aber nicht meine Perspektive hinterfragt, dass ich Menschen aus bestimmten Lebenssituationen befreien müsse. Klar ging es auch darum, ausbeuterische Verhältnisse zu verändern, aber ich musste einige Schleifen drehen, um zu verstehen, dass Hilfe nur funktioniert, wenn auch die Stimmen derer gehört werden, die wir als Sozialarbeiter*innen glauben retten zu müssen. (mehr …)

23. März 2016 – Protest

Protest gegen das im Kabinett beschlossene ProstSchG kam sofort:

„Wir, Sexarbeiter_innen und Aktivist_innen rufen die Minister auf im Kabinett gegen den Entwurf des Prostituiertenschutzgesetzes zu stimmen.
Die Einführung des ProstSchGs würde Prostituierte nicht schützen, sondern schaden. Wir lehnen vor allem die Registrierung von Sexarbeiter_innen ab.
Die Einbindung von Sexarbeiter_innen im Vorfeld des Gesetzesentwurfs war mangelhaft! Deswegen muss dieser Gesetzesentwurf auf Eis gelegt werden.
Für sinnvolle Gesetze im Bereich Sexarbeit müssen wir Sexarbeiter_innen besser beteiligt werden! Wir brauchen Entkriminalisierung, die Aufhebung aller Sperrbezirke und die Finanzierung von Bildung von Sexarbeiter_innen für Sexarbeiter_innen.“

Buch

In dem Buch, herausgegeben von Jenny Künkel und Kathrin Schrader wird in verschiedenen Beiträgen über die politische, rechtliche und gesellschaftliche Lage von Sexarbeiter*innen aufgeklärt.

Vom Cover: „Das Thema Sexarbeit ist hoch umkämpft. Das Buch vereint unterschiedliche Zugänge zu dem aufwühlenden Thema und arbeitet aktuelle Debatten und Gesetze auf. Dabei kommen auch Sexarbeiter*innen selbst zu Wort. Bisweilen werden feministische Perspektiven auf eine Forderung nach Abschaffung von Prostitution reduziert. Das Buch zeigt, dass Feminismus nur im Plural existiert und intersektional zu denken ist. Das heißt, dass z. B. auch Klasse und Nationalität berücksichtigt werden müssen. Dementsprechend verknüpfen die Sexarbeiter*innen im Band ihre Forderungen mit Arbeitskämpfen, Trans*- und Quer-Aktivismus, den Kämpfen der Migration oder Care-Revolution.“

Zu Wort kommen:
Kathrin Schrader, Feministische Perspektiven auf Sexarbeit
Jenny Künkel, Prostitutionsdiskurse und Regulierungen
Sibylla Flügge, Die Rechtsstellung der Sexarbeiter*innen nach dem Prostituiertenschutzgesetz
Undine de Riviere, Was ist schon normal?
Maya Maga, (M)ein Weg der heiligen Hure
maiz, Definitionsmacht im Terrain der Sexarbeit – Wer sieht wo und wie die strukturelle Gewalt und Diskriminierung?
Gudrun Greb, Sexarbeit ist Arbeit
Manuel Hurschmann & Benedict Eickhoff; Mann-männliche Sexarbeit – ein Cocktail aus prekärer Männlichkeit und sexueller Devianz
Initiative Sex Workers Solidarity, Sex Workers Solidarity – eine gewerkschaftlich-feministische Perspektive
Stephanie Klee, Care-Revolution & Prostitution – Ein anderer Blickwinkel macht`s

Das Buch ist eine fantastische Lektüre und macht den feminstischen Bezug von Sexarbeit deutlich. Unbedingt LESEN!

Zum Interview von Jette Hausotter (Care Revolution Berlin) mit den Herausgeberinnen und Stephanie Klee: https://bsd-ev.info/sexarbeit-feministische-perspektiven/

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Manfred Büttner, Prostituiertenschutzgesetz, Kurzkommentar, Boorberg Verlag

Nicht nur im Internet und den anderen Medien tauchen die unterschiedlichsten Infos zur Umsetzung des ProstSchG auf, sondern inzwischen liegt auch der 1. Kommentar zum ProstSchG vor. Vorsicht!
Der Autor, Manfred Büttner, ist Dipl. Finanzwirt und war als Steuerfahnder und als Dozent an den Hochschulen für Polizei und Steuerverwaltung in Baden-Württemberg tätig. Der Verlag weist darauf hin, dass e am Entwurf des Gesetzes mitgearbeitet habe und seine fachliche Kompetenz in das Buch unmittelbar habe einfließen lassen.
Jede/r möge sich seine eigene Meinung bilden!

prostschgkommentar.pdf [11.590 KB]

Schlagwort: Sexarbeit