Bundesverband Sexuelle Dienstleistungen e.V.

Publikationen

Wir haben unterschiedliche eigene Publikationen herausgebracht. Sie können sie hier lesen oder herunterladen.
Die von uns im Auftrag erstellten wissenschaftlichen Gutachten stehen unseren Mitgliedern zur Verfügung. Nehmen Sie Kontakt mit uns auf – sie können gegen eine entsprechende Gebühr erworben werden.


Unsere Position zu CORONA – Schutzmaßnahmen als Voraussetzung für die Öffnung der Bordelle

Wir haben ein detailliertes Hygienekonzept erarbeitet und der Politik vorgelegt und plädieren für eine schrittweise Öffnung (im Abstand von 14 Tagen) aller Bordelle.

ACHTUNG:
Aus gegebenem Anlass machen wir darauf
aufmerksam, dass dies nur eine Verkürzung
unseres Hygienekonzeptes ist. Z. T. haben
Gerichte sich hierauf bezogen und behauptet,
es enthalte keine Dokumentationspflicht.
Das stimmt nicht, wie unten deutlich steht.

Bitte diesen Ausschnitt nirgendwo einreichen!

Der überwiegende Teil der sexuellen Dienstleistungen wird diskret, hinter verschlossenen Türen, in einer privaten, intimen Atmosphäre und zwischen zwei Personen abgewickelt. In der Prostitution besteht in der Regel ein 1 : 1 Kontakt: eine (1) Sexarbeiter*in befindet sich in einem sog. Arbeitszimmer mit einem (1) Kunden und nur für eine kurze Zeit. Dieses Setting ist vergleichbar der Arbeitssituation einer/s Friseuse/Frisörs, einer/s Masseurin/Masseurs, einer/s Kosmetikerin/Kosmetikers, einer/s Physiotherapeutin/Physiotherapeuten, oder einer/s Podologin/Podologen.

Seltener sind Angebote an mehrere Personen bei einer größeren Öffentlichkeit. Dazu gehören z. B. Bars mit einem Getränkeausschank, Tabledance-Bars mit Tanzdarbietungen, Sexkinos mit Filmvorführungen und fkk-Wellness-Oasen mit Sauna und Schwimmingpool. Aber auch hier ziehen sich die Kunden mit der jeweiligen Sexarbeiter*in in die sog. Arbeitszimmer zurück. Massenansammlungen von Kunden, über einen längeren Zeitraum, schwitzend, gestikulierend, diskutierend in einem geschlossenen Raum beieinander sind, stellen die Ausnahme dar.

1. Schritt
Zunächst können kleinere Betriebe mit bis zu 10 Arbeitszimmern eröffnet werden. Hier können dann maximal 10 Sexarbeiter*innen gleichzeitig tätig sein.
Größere Betriebe, wie z. B. Laufhäuser können hier mit bis zu 10 zu vermietenden Zimmern starten, während die restlichen Zimmer geschlossen bleiben. Bars können – ohne Getränkeausschank -, Tabledance-Bars – ohne Tanz und Zuschauer und ohne Getränkeausschank, und Kinos – ohne Filmvorführung – ebenfalls öffnen. Filme können allerdings in den Arbeitszimmern vorgeführt werden.
Ebenfalls wird die Prostitution in den eigenen Räumen (in der Privatwohnung oder der Terminwohnung) und Haus- und Hotelbesuche/Escort wieder erlaubt.

2. Schritt
Bars, Tabledance-Bars, Kinos und Clubs dürfen Getränke ausschänken und sonstige Angebote den Kunden machen, aber nur 50 % der früheren und möglichen Kapazität darf ausgelastet werden, wobei ein Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten ist.

3. Schritt
Alle Prostitutionsstätten dürfen entsprechend ihrer Betriebskonzepte, die sie im Rahmen des Erlaubnisverfahrens nach dem ProstSchG den Gewerbeämtern vorgelegt haben, ihre sexuellen Dienstleistungen und die weiteren Angebote anbieten.

Die Maßnahmen im einzelnen sind angelehnt an die anerkannten, für andere Gewerbe erstellten Regelungen. Dazu gehören: Regelungen für die Abläufe im Bordell, z. B. Mund-Nase-Bedeckung, 1,5 m Abstand, Reinigung/Desinfektion, Lüftung, Informationen, Dokumentationspflichten.

In der Prostitution gilt schon immer ein hoher Hygienestandard. Dieser wurde im Rahmen des ProstSchG nochmals gesetzlich festgelegt und ist Bestandteil der Erlaubnis.
Aber auch der Umgang mit Sexuell übertragbaren Infektionen (STI`s/HIV), von denen eine höhere Gefahr ausgeht als von Corona, wird von der Branche mit ausreichenden Schutzmaßnahmen in Schach gehalten – mit dem großen Erfolg, dass in der Sexarbeit an sich – im Gegensatz zur Allgemeinbevölkerung  – bisher kaum Infektionszahlen festgestellt werden konnten.

Für unsere Mitglieder erstellen wir abgestimmt auf ihren Betrieb:

  • ein Hygienekonzept
  • Informationsunterlagen
  • Aufsteller
  • Abstandshinweise
  • Hygiene-Chequeliste
  • Hilfe bei der Dokumentation
  • einen Pandemieplan

 

Zusätzlich haben wir der Politik ein umfangreiches Papier vorgelegt: „Öffnung der Bordelle
nach der Corona-bedingten Schließung“. Darin sind wir auf die verschiedenen Prostitutionssegmente eingegangen und haben detailliert die Abläufe hier beschrieben. So wird deutlich, dass es sich hauptsächlich um
1 : 1 Kontakte handelt. Bordelle sind keine Orte für „Super-Spreader“!

(Bei Bedarf an diesem Papier: bitte per email anfragen!)


Voila! – Unser neuer Aufkleber:

Bei Interesse: wir schicken ihn gern kostenfrei zu. Anfrage bitte per eMail: info@bsd-ev.info

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Unsere Broschüre „Gute Geschäfte – das ABC des Prostituiertenschutzgesetzes“ ist mit den Informationen für Sexarbeiter*Innen auch in den Sprachen rumänisch, bulgarisch, ungarisch, thailändisch, spanisch und englisch jetzt bei uns erhältlich.
Mach dich sachkundig. Sei klug und arbeite professionell !

in unterschiedlichen Sprachen zum downloaden

  • Gute Geschäfte Broschüre in deutsch

„Gute Geschäfte“ Das ABC des Prostituiertenschutzgesetzes“

Mit dieser anschaulichen Broschüre, in leichter Sprache werden Sexarbeiter*innen, BordellbetreiberInnen und Kunden über das Prostituiertenschutzgesetz informiert. Die Broschüre gibt klare Informationen und beantwortet Fragen zu dem „Gesetzes – Wirrwarr“ . Finanzielle Unterstützung gab es auch vom Bundesfamilienministeriums.

Die Broschüre kann bei uns kostenfrei bestellt werden per E-Mail oder über das Kontaktformular.

Broschüre „Gute Geschäfte“ downloaden

 

 

1. Broschüren
„Gute Geschäfte“ rechtliches ABC der Prostitution

Die kleine, handliche Broschüre – für die Hand- oder Hosentasche – wurde nach der Verabschiedung des ProstG 2002 mit finanzieller Unterstützung des Bundesfamilienministeriums erstellt und enthält Informationen über die unterschiedlichen Rechtsgebiete (z. B. Steuern, Baurecht, Aufenthaltsrecht), die sowohl für SexarbeiterInnen als auch für BordellbetreiberInnen bis heute relevant sind.

Broschüre „Gute Geschäfte“ downloaden

Download [317 KB]

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Zu politischen Fragen

Auf den Entwurf von Schleswig-Holstein zur Landesverordnung zur Bestimmung der zuständigen Behörden und Stellen nach dem Prostituiertenschutzgesetz (Prostituiertenschutzgesetz-Zuständigkeitsverordnung – ProstSchG-ZustVO) und zur Änderung der Ordnungswidrigkeiten-Zuständigkeitsverordnung
haben wir mit folgender Stellungnahme reagiert:

Download Stellungnahme 26.04.2017 [267 KB]


Auf die Referentenentwürfe des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend für:
– Verordnung über die Führung einer Bundesstatistik nach dem Prostituiertenschutzgesetz (Prostituierten-Statistikverordnung – ProstStatV)
– Verordnung über das Verfahren zur Anmeldung einer Tätigkeit als Prostituierte oder Prostituierter (Prostitutions-Anmeldeverordnung – ProstAV)
haben wir mit folgende Stellungnahme reagiert.

Download Stellungnahme 13. 04. 2017 [276 KB]

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STELLUNGNAHME ZUM REFERENTENENTWURF

Zu dem Referentenentwurf des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend eines Gesetzes zur Regulierung des Prostitutionsgewerbes sowie zum Schutz von der in der Prostitution tätigen Personen – ProstSchG haben wir mit folgender Stellungnahme reagiert.

Download [382 KB] Stellungnahme

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BSD-Gesetzesentwurf „ProstG II“
vom März 2014, juristisch überarbeitet Juni 2014

Seit mehreren Monaten verstummen nicht die öffentlichen Diskussionen um eine Reform des ProstG. Die einen fordern das generelle Verbot der Prostitution und die anderen eine Bestrafung von Freiern von „Zwangsprostituierten“. Auch steht eine Anhebung des „Schutzalters auf 21 Jahre“ und eine Registrierungspflicht – mit und ohne gesundheitliche Kontrollen zur Disposition.

Diesen Diskussionen begegnen wir u. a. mit einem eigenen Gesetzesvorschlag:

1. Den 1. Gesetzesvorschlag haben wir ProstG II genannt. Er schließt an das Prostitutionsgesetz
und an die vor der Verabschiedung geführten Diskussionen an:

Alle §§ in den verschiedensten Gesetzen, die die Prostitutionsbranche diskriminieren, sollen
gestrichen werden. Das sind z. B. die Regelungen zum Werbeverbot im Ordnungswidrigkeitengesetz
und generelle Befugnisse der Polizei („verdachtsunabhängig“).

Es reichen die allgemeinen Gesetze, die für alle anderen Gewerbetreibende, Selbstständige und
ArbeitnehmerInnen auch gelten.
Regulierungen über Strafgesetze stellen die BordellbetreiberInnen, SexarbeiterInnen und Kunden
ins Abseits und stempeln sie – per se – als Kriminelle, was auch nicht den Realitäten entspricht.

2. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass die kommunalen Wirtschafts- und Bauämter
gewisse Bedenken gegen die Prostitutionsbranche haben. Insbesondere setzten sie nicht die Vorgaben
des Prostitutionsgesetzes um.

Deshalb denken wir, dass es klarer gesetzliche Regelungen (wie für die Gastronomie im Gaststättengesetz) bedarf. Die haben wir in unserem Vorschlag eines Prostitutionsstättengesetzes aufgeführt. Dies soll insbesondere der Rechtssicherheit von Bordellen dienen.

Für weitere Informationen verweisen wir auf unseren vollständigen Gesetzesvorschlag und die ausführlichen Begründungen. Wir betrachten ihn als einen Vorschlag und stellen uns gern der Diskussion. Wir sind die Experten!

GESETZESENTWURF JUNI 2014
Download [828 KB]
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„Bordellartige Betriebe in Deutschland und ihre Geschäftsstrukturen
– Bericht aus der Sicht von Betreiberinnen, Betreibern und Prostituierten –
erstellt für den Runden Tisch Prostitution in NRW im November 2011.

Download [450 KB]

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Wissenschaftliches Gutachten

zu baurechtlichen Fragen:

Wissenschaftliches Gutachten „Berliner Wohnungsbordelle in Wohn- und Mischgebieten“, erstellt von Diplom-Soziologin Beate Leopold, Juli 2007,

Planungsrechtliche Zulässigkeit von Bordellen, Gutachterliche Stellungnahme, erstellt von Rechtsanwalt Dr. Christian-W. Otto, November 2007