Toilettenhäuschen auf der Kurfürstenstraße/Berlin

Toilettenhäuschen auf der Kurfürstenstraße/Berlin

Ein Toilettenhäuschen ist ein Toilettenhäuschen! Es gibt sie in den verschiedensten Arten, mal pompös mit Eintritt, mal einfach – auch als Eco-Toilette aus Holz. Alle eint, dass Menschen hier auf der Straße einen Ort für ihre Notdurft finden, um nicht in ein Restaurant, Hotel oder Kaufhaus gehen zu müssen.

Die zuständigen Berliner Bezirke für die Kurfürstenstraße, wo Sexarbeiter*innen seit gefühlt Generationen anschaffen, haben sich für eine Eco-Toilette entschieden, die regemäßig geleert und gereinigt wird.

Sie als „Verrichtungsboxen“ zu betiteln, ist eine falsche Bezeichnung, eine Diffamierung und dient natürlich nur dazu, die angeblich miesen Zustände auf dem Straßenstrich und die Ausbeutung der Sexarbeiter*innen zu behaupten. Denn damit wird die Assoziation verbunden, in diesen Toilettenhäuschen würde auch angeschafft. Und das ist eine Vorstellung, die „Normalbürger*innen“ nicht ertragen können.

Ja, sicher hat der ein oder die andere Lust, hier sich zu „amüsieren“, doch die Regel ist das nicht. Die meisten Sexarbeiter*innen fahren im Auto der Kunden an einen anderen Platz oder in ein Stundenhotel, oder zum Kunden nach Hause.

In der Regel wird das Toilettenhäuschen von allen Menschen, die dies für nötig erachten, für ihre Notdurft genutzt.

Echte Verrichtungsboxen befinden sich z. B. auf dem „Straßenstrich“ in Köln, einem eingezäunten Areal auf der Geestemünder Straße. Frau Bär/CSU, die ein sog. Nordisches Modell für Deutschland fordert, sollte sich besser vor Ort umsehen, informieren und mit Expert*innen sprechen. Aber vielleicht geht es Ihr ja nicht um die Wahrheit, sondern um die Durchsetzung ihrer Vorstellung, wie andere leben und arbeiten sollen!

Systemrelevanz in „En schäle Biesterei“ des Hänneschen-Theaters/Köln

Systemrelevanz in „En schäle Biesterei“ des Hänneschen-Theaters/Köln

Wieder mal wurde bewiesen, dass die Kunst mit der Sexarbeit toleranter und respektvoller umgeht als manche Teile der Gesellschaft:
Das Hänneschen-Theater in Köln ist ein traditionelles, geliebtes Stockpuppen-Theater – in der Kölner Mundart – und spielt gerade das Stück: „En schäle Biesterei“ (Ein Abendstück von Silke Essert). Dabei will der neu ins Amt gekommen Bürgermeister der Schääl das Wasser an Spekulanten verkaufen und freut sich schon über den Luxus, den er sich mehr und mehr gönnt. Die Truppe rund um das Hänneschen macht das nicht mit und lockt ihn – mit Hilfe der feschen Franzi, einer allseits bekannten Sexarbeiterin – ins Bordell, filmt ihn nackt bei Stelldichein und kann ihn mit Hilfe der Fotos zu einer Umkehr bewegen.

Ende gut – alles gut!

Erfreulich war, dass
– 1 von 4 Szenen im Bordell spielten,
– besonders die Frauen keine Scheu hatten, Kontakt mit der feschen Franzi und den anderen Sexarbeiter*innen aufzunehmen,
– die dann wie selbstverständlich ihre Unterstützung mit den Worten erklärten: „Dat is doch wohl klar. Mer sin doch systemrelevant.“

Bravo! Köln wirbt also nicht nur mit Toleranz und Vielfalt, sondern zeigt dies hier in einem Stück des Hänneschen Theaters.

Wer Spaß am Puppenspiel, an Lokalkolorit und Mundart hat, dem sei das Hänneschen wärmstens ans Herz gelegt!

 

 

Moulin Rouge in Köln

Moulin Rouge in Köln

Deutschland hat ein neues Musical: Moulin Rouge.

Anknüpfend an das legendäre Cabaret in Paris und den Film wird nun in Köln die Geschichte der Hure Satin erzählt,  die vom Vater zur Prostitution gezwungen worden war und sich von den Straßen in Montmartre „hocharbeitet“ hat und nun der Star im Moulin Rouge ist. Das steht jedoch vor dem Bankrott und braucht unbedingt einen Investor. Der ist schnell im Duke gefunden, der jedoch nur unter der Voraussetzung, dass Satin “ ihm mit Haut und Haaren gehört“, die neue Show eines aufsteigenden, jungen, attraktiven, nur leider mittellos Künstlers finanzieren wird.

Und hier beginnen die Verwicklungen: Satin und der junge Künstler verlieben sich, sie treffen sich heimlich, der Duke erfährt davon und setzt Satin ein Ultimatum: er oder der Künstler. Satin ist hin-und hergerissen, denn das Moulin Rouge ist ihre Familie und braucht das Geld des Duke.

Letztendlich entscheidet sie sich für die Liebe und die Freiheit und für die Karriere des Künstlers. Nur leider ist sie unheilbar krank und stirbt bei der Premiere der neuen Show. (Interessant ist, dass auf der Website der klare Bezug zu Satin als Hure nicht zu finden ist!)

Es gibt also kein Happy End!

Ein rührend, kitschiges Märchen, Klamauk, Herz + Schmerz, doch bar jedem Bezug zur Realität.

Daneben begeistern die Dekoration, die Bühnenbilder, die Kostüme, der Gesang und Tanz. Wie im Rausch wird man mitgerissen, um am Ende, nach der geplanten Zugabe, in Standing Ovations zu applaudieren.

Trailer und weitere Infos: hier

Interessant ist auf der Website des Musicals die Historie des Moulin Rouge in Paris.

Eine erste Kritik: https://www.glamour.de/artikel/moulin-rouge-musical-koeln-kritik

29. 07. 2020 – Pressespiegel der Demo in Köln: „Levve und levve losse“ in Köln

08. 08. 2020 – rbb: „Sexarbeit in der Pandemie „Ich habe die komplette Corona-Zeit durchgearbeitet“

30. 07. 2020: youtube: RotlichtAN – Demo am Dom 

 

29. 07. 2020 – Aufruf der Deutschen Aidshilfe/Berlin: „Sexarbeit wieder zulassen – jetzt!“

 

Sexarbeiter:innen-Demo (Corona) in Köln ‍❤️‍‍ „Levve und levve losse“ mit Mark Benecke.

Kriminalbiologe Dr. Mark Benecke auf der Demo der Sex-Arbeiter:innen in Köln im Schatten des Kölner Domes und vor allem im Schatten von Corona Auch Veranstaltungs-Techniker:innen und viele andere haben schwere Sorgen:

https://www.youtube.com/watch?v=o9qQmiFKjcc&fbclid=IwAR1fMUNKKEszBJFw44GIVbXaau8sFF1NPziFtXVsfuDsmpfVWs9eCWUa04k

29.07.2020: „Levve und levve losse“

29.07.2020: „Levve und levve losse“

Große bundesweite Hurendemo
in Köln auf der Domplatte/Bahnhofsplatz
Mittwoch, 29.07.2020, 17 – 19 Uhr

„Levve und levve losse“

Seit dem Corona-Lockdown Mitte März und der Schließung aller Bordelle setzen wir uns bei den Politiker*innen der 16 Bundesländer für eine Öffnung der Prostitutionsstätten ein, damit Sexarbeiter*innen wie gewohnt in einem sicheren Umfeld arbeiten können.

Wir fordern ein Ende des Berufsverbots! Vernichtet nicht unsere Existenzen! Treibt uns nicht in unbekannte, unsichere Situationen! Achtet unsere Kompetenzen!
Wir sind erfahren im Gesundheitsschutz und Expert*innen in Sachen Prävention. Unsere Arbeit ist wichtig für unsere Kund*innen und für die Gesellschaft.

(mehr …)

Schlagwort: Köln