Belgien entkriminalisiert Prostitution

Belgien entkriminalisiert Prostitution

Belgien entkriminalisiert die Prostitution und ist damit das erste europäische Land, das dies tut.

Damit ist Belgien einen neuen Weg gegangen, weg von starken Regulationen (wie z. B. in Griechenland und Deutschland) oder einem Verbot des Sexkaufes und der Bestrafung von Kunden (wie z. B. in Schweden und Norwegen).

In Belgien ist nun der Verkauf von Sex, die Bezahlung und die Zusammenarbeit mit Sexarbeiter*innen offiziell entkriminalisiert (und ist nicht mehr Bestandteil des Strafgesetzbuches). Damit wird es möglich, Kredite zu erhalten oder auch Sozialleistungen. Auch die Zusammenarbeit mit anderen, wie Buchhalter und Fahrer, wird nicht mehr kriminalisiert.

UTSOPI ist die belgische Sexarbeiter*innen-Organisation. Sie sagte in einer ausführlichen Erklärung: „Diese Reform ist der Höhepunkt eines Kampfes, den wir, Sexarbeiterinnen, seit 30 Jahren in unserem Land führen.  Dieser Kampf findet nicht nur hier statt: Auf der ganzen Welt kämpfen Hunderttausende Sexarbeiterinnen für das, was wir hier und jetzt bekommen. Dies ist eine Reform, die einem kontraproduktiven Diskurs der Viktimisierung ein Ende setzt, der Sexarbeiter*innen nur weiter stigmatisiert und sie von anderen abhängig macht.»

Sie forderten Rechte und konnten sich endlich durchsetzen. Der Erfolg der belgischen Kolleg*innen beruhte auch auf der Tatsache, dass sie im Gesetzgebungsprozess angehört wurden, also mitreden durften!

Dieser Erfolg muss uns tragen und motivieren, auch in Deutschland endlich einen Schritt weiterzukommen hin zur Gleichberechtigung mit anderen Gewerben. Hier haben wir große Erwartungen an die neue Regierung und fordern nach wie vor einen Runden Tisch Prostitution auf Bundesebene. Belgien hat es vorgemacht. Das sollten wir in Deutschland doch auch hinkriegen!

Presseberichte:

https://reason.com/2022/03/23/belgium-decriminalizes-prostitution/

https://www.vrt.be/vrtnws/de/2022/03/18/belgien-ist-das-erste-land-in-europa-in-dem-prostitution-aus-de/

https://brf.be/national/1585802/

 

24. 08. 2020: Von Europa lernen……………..

24. 08. 2020: Von Europa lernen……………..

Seit dem 06. Juni (bzw. 01. Juli) sind die Bordelle in unseren Nachbarländern Holland, Belgien, Schweiz, Österreich, Tschechin und Griechenland wieder geöffnet – alle sexuellen Dienstleistungen sind dort erlaubt. Es liegen also Erfahrungen von mehr als 2 Monaten vor.

Die Meldungen bestätigen:

  • die Geschäfte laufen schleppend an und erreichen vielleicht 20 % der Umsätze der Vor-Corona-Zeiten,
  • Corona-Schutzmaßnahmen sind – mit wenigen Mühen – umsetzbar,
  • sexuelle Dienstleistungen sind mit Mund-Nasenschutz durchzuführen,
  • die Kunden geben anstandslos ihre Kontaktdaten an,
  • bisher wurden keinerlei Infektionen in Bordellen oder aus ihnen heraus gemeldet.

Aus der Schweiz liegt sogar eine erste Untersuchung vor. So hieß es in einer Pressemeldung vom 02. 08. 2020: COVID-19: Bisher keine Ansteckungen in Sex-Clubs bekannt
Und weiter: „Diese Woche hat das Bundesamt für Gesundheit „BAG“ erste Zahlen zu bekannten Ansteckungsorten veröffentlicht. Für die Rotlicht Branche sind es gute News. Trotz Befürchtungen aus gewissen Kreisen, Erotikbetriebe würden die Verbreitung des Coronavirus begünstigen, weiss man heute, dass dies nicht der Fall ist. Im Gegenteil: Die aktuellen Zahlen, welche durch die kantonalen Contact-Tracer beim BAG eingingen, zeigen keinen einzigen Fall, der auf einen Sexclub zurückzuführen ist. Auch andere Orte mit engem Körperkontakt, wie Massagestudios oder Coiffeursalons, scheinen keinen nennenswerten Einfluss auf die Zahlen der Neuansteckungen zu haben.“ (https://www.lustmap.ch/de/news/covid-19-bisher-keine-ansteckungen-in-sex-clubs-20/?fbclid=IwAR1bmI7ErxUDoL_DKZpIZtNYipmw_PFmmUG6EzBzTSA4MoMEUTzkSXlGA3g)

  • Seit dem 16. 07. öffnen bayerische Städte ebenfalls wieder die Bordelle, wenn diese ein Corona-Hygienekonzept vorliegen haben und wenn sie einen 1 : 1 Kontakt zwischen einer (1) Sexarbeiter*in und einer (1) Kund*in sicherstellen können.
  • Ähnlich sieht es in Berlin aus: ab 08. 08. zunächst nur für erotische Massagen und BSDM-Praktiken. Ab 01. 09. sind alle sexuellen Dienstleistungen – unter Corona-Schutzmaßnahmen – erlaubt.
  • Saarland hat die Bordelle ab 06. 08. geöffnet und Thüringen ist dem gefolgt zum 20. 08.


Wir fordern: Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt folgt den positiven Beispielen und öffnet sofort die Bordelle!

Sexarbeiter*innen und Bordellbetreiber*innen haben die gleichen Rechte wie andere Erwerbstätigen und andere Branchen. Wir sind zudem erwiesenermaßen seit Jahrzehnten die Experten in Sachen Gesundheit und Hygiene. Auch uns ist der Schutz vor einer Ansteckung mit Covid19 wichtig.

Wir fordern Gleichbehandlung und Verhältnismäßigkeit.

Eine längere Schließung der Bordelle hat mit der Pandemie nichts zu tun!

Österreich öffnet die Bordelle zum 01. 07. 2020

Österreich öffnet die Bordelle zum 01. 07. 2020

Österreich – und auch Holland – folgen dem Beispiel der Schweiz, Belgien und Griechenland. So ist Deutschland bald gut umzingelt von Ländern, die mit der Prostitution und den Bordelle in Corona-Zeiten anders umgehen. Unmoralischer. Sachlicher. Unaufgeregter. Entschlossener.

Interessant ist auch, dass all diese Länder alle Arten von sexuellen Dienstleitungen mit einem Schlag erlauben, die Verantwortung für die Gesundheit jeder Person selbst zutrauen und vor allen Dingen wissen, welchen hohen Stellenwert die Sexualität – auch in der Sexarbeit – für die Menschen haben und den negativen Corona-Folgeerscheinungen gut entgegen treten lassen.

Das Österreichische Hygienekonzept:

Empfehlungen für die Sexarbeit
Diese Empfehlung bezieht sich auf Personen, die in der Sexarbeit tätig sind bzw. deren KlientInnen. Die jeweils geltenden allgemeinen Vorgaben für die Bevölkerung zum Selbst- und Fremdschutz vor einer SARS-CoV-2-Infektion sind einzuhalten (https://www.sozialministerium.at/Informationen-zum-Coronavirus.html).
Stand 23.06.2020 (mehr …)

Schlagwort: Belgien