Nach mehr als 25 Jahren aktiver politischer Verbandsarbeit mit eigenen Seminaren, individuellen Beratungen und Unterstützungen, vielfältigen Kampagnen, gemeinschaftlichen Aktionen und politischer Kommunikation auf allen Ebenen ist es Zeit zu gehen.
Wir waren der erste Verband der Sexarbeit in Deutschland mit Sexarbeiter*innen, Bordellbetreiber*innen und Unterstützer*innen als Mitglieder.
- Wir haben auf vielen Gebieten Pionierarbeit geleistet und Einfluss genommen auf eine realistische Wahrnehmung der vielseitigen Branche und ihrer Akteur*innen.
- Wir waren eingebunden bei der Entstehung des Prostitutionsgesetzes von 2002 und des Prostituiertenschutzgesetzes von 2017 und haben sicher die ein oder andere Regelung verhindert, aber auch mit unseren Broschüren „Gute Geschäfte – das ABC des ProstG + ProstSchG“ zum Empowerment der Betroffenen beigetragen.
- Wir waren präsent vor Gericht, bei Treffen (- öffentlichen und nicht-öffentlichen), mit Stellungnahmen bei Ausschüssen und Anhörungen und natürlich bei Zeitungen, Radio, TV und sozial Medien.
- Wir haben Mitglieder in ihren Prozessen vor Gericht unterstützt, die Verfahren verknüpft mit politischen Kampagnen und spezielle Gesetzesverbesserungen (z. B. im Bau- und Baunutzungsrecht) gefordert.
- Wir haben wissenschaftliche Studien aus den verschiedensten Perspektiven der Sexarbeit mit unserer Kompetenz und der unserer Mitglieder mit Interviews, Vor-Ort-Gesprächen/-Besichtigungen, Stellungnahmen und Teilnahme an Diskussionsrunden unterstützt – zuletzt die Evaluation des ProstSchG und die Experten-Kommission zu diesem Thema.
- Wir haben eigene Publikationen veröffentlich – sogar einen eigenen Gesetzestext.
- Wir haben ein eigenes Qualifizierungsverfahren für Bordelle/Prostitutionsstätten entwickelt, Auditierungen vorgenommen und entsprechende Gütesiegel vergeben.
- Wir haben jahrelang die politischen Interessen der gesamten Sexarbeitsbranche vertreten – besonders gegen den immer stärker werdenden Druck der Sexkaufgegner*innen – zuletzt mit dem Faktencheck-Reader „Kein Sexkaufverbot!“.
Wir schließen dieses Kapitel mit Stolz auf das Erreichte.
Der BSD hat über Jahre hinweg an vorderster Front für die Rechte und die Anerkennung sexueller Dienstleistungen gekämpft. Dabei war uns die Teilnahme und Teilhabe aller Beteiligten immer wichtig: sie sind die Experten! Ohne ihre Expertise und ihre Erfahrungen hätten wir nicht arbeiten wollen.
In einem zunehmend polarisierten Umfeld, das von pauschalen Forderungen nach Verboten geprägt ist, haben unsere Aktionen Enormes geleistet. Ein solcher Dauereinsatz erfordert jedoch eine breite, dauerhafte aktive Unterstützung der gesamten Branche. Da die Last dieser politischen Arbeit zuletzt auf zu wenigen Schultern ruhte, ist der Punkt erreicht, an dem wir als Verband die Reißleine ziehen müssen. Wir übergeben nun die Verantwortung an die gesamte Branche zurück – in der Hoffnung, dass neue, breitere Allianzen den Kampf weiterführen.
Wir bedanken uns bei den treuen Weggefährten und hoffen, dass diese Auflösung als Signal verstanden wird, dass Rechte und Schutzräume in Zukunft von jedem Einzelnen aktiver verteidigt werden müssen.
Der BSD e. V. wurde vom Amtsgericht Charlottenburg am 25.08.2026 als erloschen eingetragen.



