Corona – Doppelmoral auch in der Krise

Corona – Doppelmoral auch in der Krise

Bundesfamilienministerium und Senat von Berlin fragen nach:
können von Gewalt betroffene Frauen vorübergehend in geschlossenen Bordellen untergebracht werden, weil es zu vermehrter häuslicher Gewalt wegen der Verpflichtung zuhause zu bleiben kommt und die Frauenhäuser schon vor Corona hoffnungslos überfüllt waren?

Ein Rundruf unter unseren Mitgliedern deutschlandweit ergibt, alle wollen helfen, das gebiete die Situation der Stunde, Solidarität sei selbstverständlich, Geldforderungen wurden nicht genannt.

Bundesfamilienministerium und Senat von Berlin lehnen das Angebot der BSD-Mitglieder dann ab. Es gäbe eine andere Lösung!

Und wieder ist es die Moral. Denn nur die steht hinter der Ablehnung. Für Hotelunterbringungen der Frauen in Not wurden vorher ungeheure Summen verlangt. Für ein Zimmer mit Bett, ohne Küche – geschweige denn eine „Betreuung“ oder darüber hinaus erforderliche Versorgung.

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10. Dezember 2018: Runder Tisch Sexarbeit in Berlin

Aufgrund von politischer Entscheidung (und unserem ausdrücklichen Wunsch) wurde in Berlin der „Runde Tisch Sexarbeit“ eingerichtet mit dem Ziel „Ein runder Tisch Sexarbeit“ wird gemeinsam mit den Bezirken und den Betroffenen Handlungskonzepte entwickeln, um die Rechte und Arbeitsbedingungen von Sexarbeiter/innen zu verbessern“ – wenn wir uns auch eine breitere Zielsetzung gewünscht hätten, insbesondere bzgl. der Einflussnahme auf die Umsetzung des ProstSchG in Berlin.
Zur 2. Sitzung legten wir unsere Vorstellung zur Zusammenarbeit auf der Grundlage von Partizipation vor. Wir hoffen auf Beachtung dieser Grundsätze!

Partizipation ist alles!

Wenn Sie als politisch Verantwortliche und TeilnehmerInnen des Runden Tisches Prostitution, Berlin, sich einen faktenreichen, realitätsnahen und detaillierten Überblick über den großen Wirtschaftsbereich Prostitution in Berlin und gezielte Einblicke verschaffen wollen und wenn Sie angetreten sind, Regelungen (in welchem Rechtsbereich?) für verbesserte Arbeitsbedingungen in der Sexarbeit zu diskutieren, zu verabschieden und in die Praxis umzusetzen, geht dies am besten auf der Basis eines partizipativen Ansatzes mit den in der Prostitution Betroffenen: den Sexarbeiter*innen, den Kunden und den BordellbetreiberInnen.

Partizipation bedeutet nicht nur Teilnahme, sondern auch Teilhabe an Entstehungsprozessen, der Durchführung und Fortentwicklung und letztendlich auch an der Entscheidungsmacht. So kommen unterschiedliche Ressourcen und Blickwinkel zusammen, die Zielgruppen werden erreicht, motiviert und in den Stand versetzt, in einem kontinuierlichen Entwicklungsprozess selbstständig und eigenverantwortlich zu entscheiden. Letztendlich bietet diese Methode eine gewisse Gewähr, dass beide sich bei einer rechtzeitigen Einbeziehung und Beteiligung als „Mitwirkende“ verstehen, Einfluss nehmen, partnerschaftlich zusammenarbeiten und dies Auswirkungen auf die Durchführung und die Nachhaltigkeit dieses neuen Ansatzes haben wird.

In anderen Bereichen der Arbeitswelt hat eine gewisse Zusammenarbeit Tradition und die Forderung nach Partizipation gilt als eine selbstverständliche Voraussetzung. Sie sollte für den Runden Tisch Prostitution erst recht als unabdingbar gelten, weil es in dieser diskriminierten, immer nur mit einer kriminalistischen Brille betrachteten Branche keine starke und breite Lobby gibt. Und auch die Beteiligten sind weder gewohnt, ihre Interesse selbst zu vertreten, noch setzen sie in eine eigene Vertretung Vertrauen, dass diese Großes bewirken kann.

Hier sollten die Verwaltung und die Politik der Prostitutionsbranche die Hand reichen und quasi in Vorleistung treten, um zunächst ein Agieren auf Augenhöhe auch nur annähernd herzustellen:
– gleiche Anzahl der VertreterInnen,
– gleiches Stimmrecht,
– gleiche Redezeit,
– gleiches Gehalt/Honorar. …… mehr [100 KB]

Schlagwort: Berlin