10. Dezember 2018 Runder Tisch Sexarbeit in Berlin

Aufgrund von politischer Entscheidung (und unserem ausdrücklichen Wunsch) wurde in Berlin der „Runde Tisch Sexarbeit“ eingerichtet mit dem Ziel „Ein runder Tisch Sexarbeit“ wird gemeinsam mit den Bezirken und den Betroffenen Handlungskonzepte entwickeln, um die Rechte und Arbeitsbedingungen von Sexarbeiter/innen zu verbessern“ – wenn wir uns auch eine breitere Zielsetzung gewünscht hätten, insbesondere bzgl. der Einflussnahme auf die Umsetzung des ProstSchG in Berlin.
Zur 2. Sitzung legten wir unsere Vorstellung zur Zusammenarbeit auf der Grundlage von Partizipation vor. Wir hoffen auf Beachtung dieser Grundsätze!

Partizipation ist alles!

Wenn Sie als politisch Verantwortliche und TeilnehmerInnen des Runden
Tisches Prostitution, Berlin, sich einen faktenreichen, realitätsnahen und
detaillierten Überblick über den großen Wirtschaftsbereich Prostitution in
Berlin und gezielte Einblicke verschaffen wollen
und
wenn Sie angetreten sind, Regelungen (in welchem Rechtsbereich?) für
verbesserte Arbeitsbedingungen in der Sexarbeit zu diskutieren, zu verabschieden und in die Praxis umzusetzen,
geht dies am besten auf der Basis eines partizipativen Ansatzes mit den in
der Prostitution Betroffenen: den Sexarbeiter*innen, den Kunden und den
BordellbetreiberInnen.
Partizipation bedeutet nicht nur Teilnahme, sondern auch Teilhabe an Entstehungsprozessen, der Durchführung und Fortentwicklung und letztendlich
auch an der Entscheidungsmacht. So kommen unterschiedliche Ressourcen
und Blickwinkel zusammen, die Zielgruppen werden erreicht, motiviert und
in den Stand versetzt, in einem kontinuierlichen Entwicklungsprozess
selbstständig und eigenverantwortlich zu entscheiden.
Letztendlich bietet diese Methode eine gewisse Gewähr, dass beide sich bei
einer rechtzeitigen Einbeziehung und Beteiligung als „Mitwirkende“ verstehen, Einfluss nehmen, partnerschaftlich zusammenarbeiten und dies
Auswirkungen auf die Durchführung und die Nachhaltigkeit dieses neuen
Ansatzes haben wird.
In anderen Bereichen der Arbeitswelt hat eine gewisse Zusammenarbeit
Tradition und die Forderung nach Partizipation gilt als eine selbstverständliche Voraussetzung. Sie sollte für den Runden Tisch Prostitution erst
recht als unabdingbar gelten, weil es in dieser diskriminierten, immer nur
mit einer kriminalistischen Brille betrachteten Branche keine starke und
breite Lobby gibt. Und auch die Beteiligten sind weder gewohnt, ihre
Interesse selbst zu vertreten, noch setzen sie in eine eigene Vertretung
Vertrauen, dass diese Großes bewirken kann.
Hier sollten die Verwaltung und die Politik der Prostitutionsbranche die Hand
reichen und quasi in Vorleistung treten, um zunächst ein Agieren auf Augenhöhe auch nur annähernd herzustellen:
- gleiche Anzahl der VertreterInnen,
- gleiches Stimmrecht,
- gleiche Redezeit,
- gleiches Gehalt/Honorar. ...... mehr [100 KB]